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Die Überführung

Wenn ein Mensch verstorben ist, muss dessen Leichnam innerhalb einer gewissen Frist an einen Ort überführt werden, an dem er bis zur Bestattung gemäss den gesetzlichen Vorschriften aufbewahrt werden kann – hier spielen hygienische Gründe und Aspekte der Pietät eine Rolle. Weder soll der Leichnam eine Gefährdung darstellen, noch soll er in seiner Totenruhe gestört werden. Er wird normalerweise in einem Kühlraum in einem Bestattungsinstitut aufbewahrt oder speziell präpariert, damit durch den natürlichen Verfallsprozess keine gesundheitlichen Risiken auftreten können.

Unter einer Überführung ist der Transport des Leichnams zu einem Bestattungsunternehmen oder zum Friedhof zu verstehen; diese Überführung darf nur von autorisierten Personen vorgenommen werden. Es ist also nicht gestattet, einen verstorbenen Menschen selbst zu einem Bestatter zu fahren.

Vorschriften bei einer Überführung

Die Überführung eines Leichnams ist auch bei kurzen Strecken in einem dafür adäquaten und zugelassenen Fahrzeug vorzunehmen, welches garantiert, dass die erforderlichen Vorschriften eingehalten werden können. Diese Fahrzeuge können im öffentlichen Dienst stehen oder einer privaten autorisierten Unternehmung wie einem Bestattungsinstitut gehören. Bei länger dauernden Überführungen müssen zusätzliche Massnahmen ergriffen werden; es kann sein, dass dafür ein Zinksarg oder eine spezielle Folie benötigt oder eine Einbalsamierung notwendig wird. All dies dient dazu, den Leichnam auch bei längeren Strecken und ungünstigen Wetterverhältnissen soweit zu erhalten, dass er auf keinen Fall eine hygienische Gefahr darstellen kann.

Überführung ins Ausland

Stirbt ein Mensch nicht in seiner Heimat, kommt es meistens zu einer Überführung in das entsprechende Land. Hierbei greifen zusätzliche internationale Vorschriften, welche in einem solchen Fall einzuhalten sind. So werden folgende Dokumente für die Überführung benötigt:

  • Internationaler Leichenpass
    Dieser wird vom Untersuchungsamt ausgestellt. Er entfällt bei einer Überführung in einer Urne.

  • 3 internationale Todesscheine
    Der Aussteller ist das Untersuchungsamt.

  • Ärztliches Attest mit der Todesursache
    Dieses Attest stellt der Arzt aus, der die Leichenschau vornimmt. Das Attest entfällt bei der Überführung einer Urne.

  • Bestattungsbewilligung
    Das Zivilstandsamt des Wohnortes stellt diese Bescheinigung aus.
     
  • Bestätigung der Einäscherung
    Diese wird vom Krematorium ausgestellt und wird natürlich nur benötigt, wenn eine Urne überführt werden soll.

Bei einer internationalen Überführung muss der Leichnam ebenfalls speziell präpariert werden, da die Reisezeiten per Flugzeug, Bahn oder Schiff unter Umständen sehr lang sind und hygienische und gesundheitliche Risiken auf jeden Fall ausgeschlossen werden müssen. Weil es viele länderspezifische Vorschriften gibt, ist es sinnvoll, sich an einen erfahrenen Bestatter zu wenden.

Eine Überführung eines Leichnams ist in jedem Fall notwendig, meistens mehrfach: vom Sterbeort zum Bestatter und vom Bestatter zum Friedhof, eventuell auch noch zum Krematorium. Eine Überführung über längere Strecken wird meistens dann gewünscht, wenn der Sterbeort weit entfernt vom Heimatort der Familie liegt, diese ihren Angehörigen aber zum Beispiel in einem Familiengrab beisetzen möchte. Denn für viele Hinterbliebene ist es wichtig, sich der Grabpflege widmen und den Verstorbenen regelmässig auf dem Friedhof besuchen zu können. Daher wird gerade ein Grab auf einem Friedhof im Ausland, fernab der Angehörigen, selten in Betracht gezogen.